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AfD gewinnt die Wahl in Sachsen-Anhalt und erhält 39 Sitze im Landtag

Die AfD erhielt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 43,8 % der Stimmen und damit 39 von 83 Mandaten. Das reicht nicht für eine eigene Mehrheit, aber die Partei behält die Chance, die Region zu führen.
Nach vorläufigen Ergebnissen erhielt die AfD 43,8 % der Stimmen — 23 Prozentpunkte mehr als 2021 — und 39 von 83 Sitzen im Landtag von Sachsen-Anhalt. Die CDU belegte mit 17,2 % und 15 Mandaten den zweiten Platz, die SPD erhielt 9,3 % und 8 Sitze, die Grünen/Bündnis 90 — 8,9 % und 8 Sitze, die Linke — 8,6 % und 8 Sitze, und das BSW zog mit 5,3 % und 5 Mandaten ins Parlament ein.
Für die eigenständige Bildung einer Regierung fehlen der AfD drei Mandate, obwohl die Partei die Chance behält, die Region zu führen. Eine mögliche Koalition aus CDU, SPD und Grünen verfügt nur über 31 Sitze und erreicht selbst mit der Linken keine Mehrheit, und die übrigen klassischen Parteien arbeiten nicht mit der AfD zusammen.
Der neu gewählte Landtag muss spätestens 30 Tage nach der Abstimmung zusammentreten — bis zum 6. Oktober —, danach beginnen die Abgeordneten mit der Wahl des Ministerpräsidenten. Sollte auch dann kein Regierungschef gewählt werden, muss der Landtag innerhalb von 14 Tagen über seine Selbstauflösung abstimmen; dafür ist erneut eine absolute Mehrheit erforderlich.
Der Direktor des Berliner Zentrums für Osteuropastudien in Deutschland, Dmitri Stratievski, bezeichnete den AfD-Verband in Sachsen-Anhalt als einen der rechtsradikalsten im Land. Er erinnerte daran, dass das Landesamt für Verfassungsschutz die örtliche Organisation als «eindeutig rechtsextremistisch» eingestuft habe und dass in ihr der mit Björn Höcke verbundene Flügel dominiere.
Stratievski merkte außerdem an, dass der AfD-Kandidat Ulrich Siegmund das Bild eines jungen, charismatischen und angeblich gemäßigten Führers aufgebaut habe. Der Politologe Alex Jusupow sagte seinerseits, das Ergebnis der AfD sei rekordverdächtig und für dieses Bundesland spezifisch, in dem 1,9 Millionen Wähler etwa 3 % des deutschen Elektorats ausmachen, und die Partei habe Protestwähler aus nahezu allen Parteien mobilisieren können.

