loading...

Berlin wird in den kommenden Tagen bekannt geben, wen es für an dem Drohnenangriff auf ein ukrainisches Flugzeug in Leipzig beteiligt hält

Die deutsche Regierung soll in den kommenden Tagen bekannt geben, wen sie hinter dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf ein ukrainisches Frachtflugzeug am Flughafen Leipzig/Halle am 4. August vermutet, und die Reaktion mit den Partnern in der EU und der NATO abstimmen. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte dem öffentlich-rechtlichen Sender ARD, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss und in der Bundesregierung habe man sich bereits auf eine gemeinsame Reaktion verständigt.

Offiziell hat Berlin bislang nicht genannt, wen es für den Verantwortlichen des Vorfalls hält, obwohl in Deutschland die These einer Koordination aus Moskau breit diskutiert wird. Moskau bestreitet eine Beteiligung.

Den Ermittlungen zufolge wurde am 4. August am ukrainischen Antonov-Flugzeug, das für den Transport militärischer Güter genutzt wurde, am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff bestückte Drohne gefunden. Die Drohne war den Akten zufolge vermutlich darauf ausgelegt, auf dem Flügel des mit Kerosin betankten Flugzeugs zu landen, doch die Ladung detonierte nicht.

Etwa 20 Minuten später wurde eine weitere Drohne entdeckt, die vermutlich mit einem DHL-Frachtflugzeug kollidierte. Das Flugzeug brach den Landeanflug ab und wurde umgeleitet.

Einige Tage später wurde auf einem Feld in einer Gemeinde, die direkt an die Westgrenze des Flughafens grenzt, eine dritte Drohne gefunden. Forensiker des Bundeskriminalamts entdeckten Spuren einer Substanz, die nach der ersten Einschätzung Hexogen gewesen sein könnte, doch auch sie explodierte nicht.

In der vergangenen Woche sagte Merz, ohne den mutmaßlichen Organisator zu nennen: «Sie werden dafür bezahlen». Er betonte, dass eine Reaktion nötig sei, weil die Beteiligten an solchen Sabotageakten seiner Aussage nach bereit seien, sehr weit zu gehen und sogar erheblichen Sachschaden, Verletzungen und den Tod von Menschen in Kauf zu nehmen.

Laut Berichten von Die Welt und Politico unter Berufung auf Quellen bereitet die deutsche Regierung vor, Russland die Verantwortung zuzuschreiben. In denselben Berichten war auch von einem neuen Sanktionspaket, härteren Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte und einer möglichen Schließung des Russischen Hauses in Berlin die Rede; im Gegenzug könnte Russland demnach das Goethe-Institut in Russland schließen.

Die politische Bedeutung der Entscheidung wird auch durch den Wahlkampf in den ostdeutschen Bundesländern verstärkt, die an diesem Sonntag stattfinden. Erwartet wird dort ein starkes Abschneiden der anti-immigrantischen populistischen AfD; ihr außenpolitischer Sprecher Markus Frohnmaier sagte, Deutschland sehe sich «zweifellos» hybriden Bedrohungen gegenüber, rief aber dazu auf, zunächst Transparenz zu schaffen und über den aktuellen Kenntnisstand zu informieren.

Quellen

Dieser Beitrag ist in folgenden Sprachen verfügbar:

Закажи IT-проект, поддержи независимое медиа

Часть дохода от каждого заказа идёт на развитие МОСТ Медиа

Заказать проект
Link