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Karsten Breuer zum Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses gewählt
Privater Entwurf
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Karsten Breuer, wurde am 19. September zum Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses gewählt — dem höchsten militärischen Gremium des Bündnisses. Er wird sein Amt im Juli 2027 antreten.
Nach Angaben von Reuters wurde Karsten Breuer am 19. September in geheimer Abstimmung von den 32 Generalstabschefs der Bündnisstaaten, die sich in Kopenhagen versammelt hatten, zum Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses gewählt. Der NATO-Militärausschuss ist zugleich der wichtigste militärische Berater des Generalsekretärs des Bündnisses. Breuer wird sein Amt im Juli 2027 antreten.
Der derzeitige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, der italienische Admiral Giuseppe Cavo Dragone, sagte, dass Breuer sein tiefes Wissen über das Bündnis und seine Führung der deutschen Streitkräfte zugutekommen würden. Er merkte zudem an, dass dem deutschen General dieser Posten in einer schwierigen Phase für die euroatlantische Sicherheit anvertraut worden sei.
Reuters führt Breuers Wahl auf die Appelle des US-Präsidenten Donald Trump an Europa zurück, nach Jahrzehnten amerikanischer Führung die Hauptverantwortung für die Sicherheit auf dem Kontinent zu übernehmen. Breuers Hauptkonkurrentin war die kanadische Generalstabschefin Jennie Carignan. Politico schrieb, ihre Ernennung hätte die Spannungen vor dem Hintergrund der Differenzen zwischen Washington und Ottawa verschärfen können.
Breuer ist 61 Jahre alt, dient seit 1984 in der Bundeswehr und war 2014 Teil des NATO-Kontingents in Afghanistan. Während der Coronavirus-Pandemie erhielt er den Spitznamen «Generalgeneral des Kanzlers», nachdem Olaf Scholz ihn zum Leiter des Krisenstabs ernannt hatte, der 2021–2022 die deutschen Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 koordinierte. Der letzte Deutsche an der Spitze des NATO-Militärausschusses war General Harald Kujat, und das liegt mehr als 20 Jahre zurück.
Breuers Wahl erfolgte vor dem Hintergrund tiefgreifender interner Veränderungen im Bündnis. Politico merkte an, dass Deutschland derzeit unter den europäischen NATO-Verbündeten bei den Verteidigungsausgaben führt, und dass Berlin bis 2030 plant, die Militärausgaben auf 200 Mrd. € zu verdoppeln.

